Georg Friedrich Händel:
"The Power of Music"

Konzerte am
13. Oktober 2012 (Lviv)
20. Oktober 2012 (Basel)
21. Oktober 2012 (Mariastein)

Keiner von Händels englischen Texten bietet so ausgiebig Gelegenheit zur Gestaltung einer auf die Musik selbst bezogenen Bilderwelt wie die Dichtung von John Dryden, die der Cäcilien-Ode zugrunde liegt. In klarer Sprache schildert diese Dichtung detailliert die Wirkung verschiedener Instrumente auf die menschlichen Sinne. Nach einer allgemeinen Lobpreisung der Harmonie, die eine vernünftige Ordnung in die noch formlose, von „verworr`nem Missklang“ bestimmte Natur bringt, werden das Cello, die Flöte und die Geige, die Leier, die Orgel – und schliesslich die Trompete gerühmt.
Das Oratorium „L’Allegro, il Pensieroso ed il Moderato“ (Frohsinn, Schwermut und Gelassenheit) „…gibt ein reiches Bild menschlichen Wollens und Fühlens auf dem Hintergrund starker Naturverbundenheit. Man atmet Morgenfrühe und Mittagsstille, man hört dörfliche Tanzszenen und tosenden Grossstadtlärm, die Einsamkeit des Denkers und Sterndeuters ist so sicher nachgezeichnet wie die Erhabenheit der Tragödie, die lose Welt des Lustspiels und der Zauber häuslicher Feste. Ein bunter Reigen heidnischer Götter und christlicher Tugenden schlingt sich durchs Ganze, und alles mündet in die ewige Weisheit der goldenen Mitte…“ (Helmut Bornefeld).
Die zu Lebzeiten Händels existierende Meinung der Kritiker, dass im Vergleich zum dionysischen Schwung des „Allegro“ und der flotten Besinnlichkeit des „Pensieroso“ der letzte Teil, „Moderato“, musikalisch mässig ausgeprägt sei, hat dazu geführt, dass Händel diesen dritten Teil durch seine Cäcilien-Ode ersetzte und das Werk so aufführen liess. Diese Meinung ist heute umstritten, und das Oratorium wird wieder in seiner ursprünglichen Gesamtheit gewürdigt.

Wir haben für Sie, verehrtes Publikum, diese beide Werke ganz anders miteinander verschmelzen lassen: ausgewählte Teile der beiden Werke sind in Form eines einteiligen Oratoriums zusammengeführt. Mit ihren Kontrasten und der Vielseitigkeit ihrer Klangfarben stellt diese Komposition ein eindrückliches Beispiel für die wahre Ausdruckskraft der Musik dar: Sie ist stark genug, die gesamte Schöpfung aus dem Chaos zum Leben und zur Ordnung zu bewegen und vermag gleichzeitig die zartesten Seiten des menschlichen Wesens zutiefst zu berühren. (B. Shved)


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